Der FC St. Pauli und „asylkritische“ Demos in Sachsen – das passt nicht zusammen. Daher hat der Verein nun den ehemaligen Profi Michel Mazningu-Dinzey aus der Altliga ausgeschlossen. Dinzey hatte in Einsiedel an einer Demonstration gegen die Flüchtlingspolitik in Deutschland teilgenommen, er trug dabei sogar ein Transparent, hinter ihm wurden Plakate des „Compact“-Magazins hochgehalten.

Mitglieder des FC St. Pauli hatten sich daraufhin an den Verein gewandt und gefordert, dass sich die Verantwortlichen des FC St. Pauli mit dieser Teilnahme befassen und mögliche Konsequenzen aus dieser ziehen sollten.

Dinzeys Facebook-Seite (Screenshot)
Dinzeys Facebook-Seite (Screenshot)

Der FC St. Pauli teilte in einer Pressemitteilung fest, es sei bekannt, dass der Verein für Werte wie gesellschaftliches Miteinander, deren Grundpfeiler Vielfalt, Toleranz und Respekt, Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung stehe. Entsprechend habe der Ehrenrat die Teilnahme des ehemaligen St. Pauli-Profis an der Anti-Asyl-Demonstration mit Befremden und Unverständnis zur Kenntnis genommen.

„Fans haben es falsch verstanden“

Der Verein habe Mazingu-Dinzey Mitte Juli dann zur Teilnahme an der besagten Demonstration befragt. Dabei stellte der ehemalige Kiezkicker klar: „Ich habe zunächst Kontakt zu den rechten Gruppierungen gesucht, um mir ein Bild von deren Auffassungen im Einzelnen zu machen. Die von mir spontan und wenig überlegte Teilnahme an dem Demonstrationszug diente nicht der Sympathie oder dem Vertreten von rechtem Gedankengut oder rechten politischen Einstellungen. Vielmehr sollte es ein Signal dafür setzen, dass man auch mit Farbigen, Menschen anderer Herkunft und anderer politischer Auffassungen zusammenleben kann. Wenn dies in verschiedenen Kreisen, vor allem in der Fangemeinschaft des FC St. Pauli falsch verstanden wurde, so möchte ich deutlich ausdrücken, dass ich diese Handlung im Nachhinein als einen großen Fehler betrachte, für den ich mich bei jedem entschuldigen möchte.“ Auf Facebook hatte sich Dinzey übrigens zunächst weniger einsichtig gezeigt und behauptet:

„Es heißt ständig, in Sachsen ist alles rechts oder vieles! Ich kann das nicht bestätigen, zwar habe ich schon verwunderte Blicke gesehen aber ich bin in guten Gesprächen gewesen. Übrings, bei 1500 Menschen, ist mir persönlich nichts Rechtes entgegen gekommen.“

Nach der Befragung Mazingu-Dinzeys und weiteren Sitzungen habe der von der Mitgliederversammlung gewählte Ehrenrat die Empfehlung ausgesprochen, Michél Mazingu-Dinzey für die Teilnahme an Spielen der Altliga auszuschließen und ihm die werbliche Nutzung des Vereinsnamens für weitere Aktivitäten zu untersagen. Vertreter des Präsidiums, des Aufsichtrats, des Ehrenrats sowie der Altliga hätten dann gemeinsam entschieden, der zuvor ausgesprochenen Empfehlung des Ehrenrats zu folgen, so der Verein.

Siehe auch: Von St. Pauli nach Einsiedel: der Fall Dinzey

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