Neujahrsansprache: Norwegens König zitiert Pippi Langstrumpf

König Harald bei seiner Neujahrsansprache (Screenshot NRK)
König Harald bei seiner Neujahrsansprache (Screenshot NRK)

Aufgeschlossenheit, Selbstbewusstsein, Zuversicht – solche und ähnliche Begriffe prägen zumeist die Neujahrsansprachen. Norwegens König Harald zitierte nun lieber Pippi Langstrumpf.

„Die, die besonders stark sind, müssen besonders gutmütig sein“, sagte Harald laut NRK bei seiner Neujahrsansprache in Oslo. Ein Zitat, das er aus einem Pippi-Langstrumpf-Buch entnahm und speziell im Hinblick auf die Herausforderungen durch den Andrang von Flüchtlingen benutzte. Der König betonte, Norwegen verfüge wegen seiner Ressourcen über beträchtliche Möglichkeiten. Dies bringe auch eine große Verantwortung mit sich, so Harald.

Allerdings verfüge Norwegen nicht nur über natürliche Ressourcen wie das Öl in der Nordsee, sondern auch über gemeinsame humanistische Ressourcen und einen besonders starken Gemeinsinn. Norwegen sei vielleicht ein kleines Land, so König Harald, doch als Gemeinwesen habe man große Dinge erreicht.

Mitte-rechts-Regierung

Diese Tradition ist in Norwegen allerdings längst nicht mehr Konsens – und der König dürfte seine Worte auch und gerade an die Mitte-rechts-Regierung gerichtet haben. Die Koalition aus Höyre (Konservative) und Fremskrittsparti (rechtspopulistische Fortschrittspartei) agiert nämlich weniger gutmütig im Umgang mit Schwächeren, als es Pippi Langstrumpf wohl gefallen würde. Der neueste Plan der Regierung: Norwegen soll eines der schärfsten Asylgesetze Europas bekommen.

Konkret soll die Wartezeit für eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung in Norwegen von drei auf fünf Jahre erhöht werden. Bei der Familienzusammenführung muss ein Flüchtling in Zukunft ein höheres Jahreseinkommen nachweisen als bisher und mindestens vier Jahre in Norwegen studiert oder gearbeitet haben.

„Macht haben, ohne sie zu missbrauchen“

Autorin Astrid Lindgren hatte einst gesagt, wenn Pippi Langstrumpf jemals eine Funktion gehabt habe, außer zu unterhalten, „dann war es die, zu zeigen, dass man Macht haben kann und sie nicht missbraucht“. Und das sei wohl das Schwerste, was es im Leben gebe. Gut, dass König Harald zum Neujahr daran erinnert.

In diesem Sinne: ein gutes und verantwortungsvolles neues Jahr!