Köln: Der Rechtsterrorismus ist zurück – und er war nie weg

Erst richten sich Hass und Angriffe auf geflüchtete Menschen selbst, längst sind aber auch die „Volksverräter“ ins Visier genommen worden, man denke nur an den Pegida-Galgen für Merkel.

Schon Breivik hatte seinen Anschlag so legitimieren wollen. Bemerkenswert an der Tat von Köln ist zudem, dass der Täter die gleichen Waffen benutzte wie palästinensische Terroristen in Jerusalem. Man will gegen eine angebliche Islamisierung Europas kämpfen, steht dieser Ideologie aber weit näher als Werten wie Meinungsfreiheit und Toleranz.

Der Rechtsterrorismus tritt auch in Deutschland in Form von Einzeltätern auf, die sich via Internet radikalisieren. Es sind die Früchte der vergangenen Monate, in denen einmal mehr Hass und Ressentiments gesät worden sind.

Der Rechtsterrorismus war nie weg – und in seiner langen und blutigen Geschichte handelte es sich überwiegend um Kleinstgruppen oder Einzeltäter, die zuschlugen. Sie sehen sich als politische Soldaten, als Teil einer Bewegung. Sie haben ein eigenes System an Sprachcodes und Ideologie-Fragmenten entwickelt.

Es sind keine Täter, die im Schutz der Dunkelheit Anschläge auf Flüchtlingsheime verüben, daran hat sich Deutschland angesichts Hunderter Übergriffe längst gewöhnt. Die bewaffneten besorgten Bürger schlagen zu, weil sie sich selbst opfern wollen für die vermeintlich gute Sache.

Wie viele fanatische Rassisten mittlerweile so weit abgestumpft, verroht sowie der Überzeugung sind, sie müssten zu den Waffen greifen, lässt sich nicht abschätzen. Klar ist: Der Ruf nach mehr Polizei und Überwachung wird sie kaum stoppen können.

4 Kommentare zu „Köln: Der Rechtsterrorismus ist zurück – und er war nie weg

  1. Bei dem Kölner Attentäter Frank S. gibt es so zahlreiche „Absonderlichkeiten“, dass sich eine Erklärung hierfür mehr als aufdrängt: Er stand unter dem Schutz bzw. der Obhut des Verfassungsschutzes. Diew wird inzwischen auch von den Kölner medien Express und KStA mehr oder weniger direkt bestätigt:
    http://www.express.de/koeln/reker-attentat-gruene-fragen–gab-es-verbindungen-von-frank-s–zum-verfassungsschutz-,2856,32221012.html

    http://www.express.de/koeln/reker-attentaeter-unter-besonderer-beobachtung-was-laeuft-da-mit-frank-s–in-der-koelner-jva-,2856,32223878.html

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/henriette-reker-koeln-attentaeter-frank-s-war-vorbestraft-a-1058854.html

    Die Antifa Bonn/Rhein Erft Kreis veröffentlichte bereits mehrere Stunden nach dem Mordversuch dessen Name, dessen langjährige rechtsextremistische Vorgeschichte im Umfeld der (inzwischen verbotenen) FAP sowie dessen Foto. Die staatlichen Behörden brauchten zwei Tage, um sich dazu zu äußern. Er galt bereits Ende der 80er und in den 90er Jahren als massiv aggressiv. Er hatte beim Arbeitsamt einen „Sperrvermerk“, d.h. er musste dort nicht mehr erscheinen und erhielt dennoch sein Geld.
    Es ist in Antifakreisen bekannt, dass seinerzeit mehrere Mitglieder der FAP-Szene vom Bonner Umfeld nach Köln gewechselt sind. Frank S. soll bis zum Schluss im Internet auf Hassseiten gegen Flüchtlinge verkehrt und dort gepostet haben. Seine Wohnung und seinen Computer hatte er vor seinem – sorgfältig geplanten – Mordversuch „gesäubert“. Er war wohl ein klassischer „Schläfer“, so erscheint es. All dies ist ein eklatantes Versagen der zuständigen staatlichen Behörden, die ihn gut kannten und ihn versorgt haben.

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  2. Moin Patrick!

    Bevor ich diesen Satz: „Bemerkenswert an der Tat von Köln ist zudem, dass der Täter die gleichen Waffen benutzte wie palästinensische Terroristen in Jerusalem.“ fehlinterpretiere, fänd ich es schön, wenn Du ihn mir erklären könntest.

    Herzlichen Dank!

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    1. Lieber Host Kevin,

      Messerattacken gehörten bislang nicht unbedingt zum bevorzugten Vorgehen von Rechtsterroristen. Von daher lässt sich spekulieren, ob Frank S. sich durch die „Stabbing-Intifada“ nicht inspiriert fühlte – und ob möglicherweise weitere ähnliche Angriffe drohen.

      Grüße
      Patrick

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