Immer das tun, was man anderen vorwirft

Wollen Sie einen klickträchtigen Blog-Artikel schreiben? Dafür braucht man nicht viel: Wichtig sind einige Reizbegriffe, auf die das geneigte Publikum reagiert: ARD, Feminismus und Antifa beispielsweise. Zudem ist es wichtig, genau das zu tun, was man anderen vorwirft.

Der konkrete Fall dreht sich um einen Text von Don Alphonso, Blogger bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er beschreibt, wie in einem Tag aus der „Empörung der ARD-Redakteurin“ eine „Morddrohung der Antifa“ geworden sei. Klingt heftig.

Um das Versprechen der Überschrift einzuhalten, muss Alphonso allerdings einige Kunstgriffe anwenden. So hat sich Anna-Mareike Krause, die er in seinem Artikel für einen Tweet kritisiert, nicht als ARD-Redakteurin geäußert, sondern ihr Profil bei Twitter ziert der Zusatz: „Meine Meinungen sind meine“ – so wie es ähnlich auf vielen Profilen heißt, wenn Journalisten deutlich machen, dass sie eben nicht im Namen des Arbeitgebers auftreten.

Alphonso meint dennoch: „Ob das nun ein Account der ARD ist, der Privataccount von Frau Krause oder eine Mischform, ist nicht zu erkennen.“ Zumindest dann nicht, wenn man es nicht sehen möchte – oder wenn die Information, dass Anna-Mareikes Krauses Meinungen die ihrigen sind und nicht die der ARD, einfach nicht in den Dreiklang ARD – Feministin – Antifa passen mag.

Achtung: Feminismus!

Was hat Krause also angestellt, als dass ihr ein im Netz halbwegs berühmt-berüchtigter FAZ-Blogger einen so ausführlichen Artikel widmet? „Anna-Mareike Krause, das sollte man vielleicht wissen, ist neben ihrer Tätigkeit bei der ARD auch eine Vertreterin des besagten Netzfeminismus“, klärt Alphonso auf. Und Netzfeminismus ist für ihn offenkundig so etwas wie Stalinismus multipliziert mit Faschismus minus Männlichkeit, also in etwa das Fürchterlichste, was Mann sich überhaupt in seinen wildesten Träumen vorstellen kann.

In einem Tweet, der konkreter Anlass bzw. Vorwand für Alphonsos Artikel war, hatte Anna-Mareike Krause darauf hingewiesen, dass ein Artikel der Welt-Autorin Ronja von Rönne unter anderem von der NPD-Organisation „Ring Nationaler Frauen“ geteilt worden war. Von Rönne hatte in dem viel beachteten Text erklärt, warum sie der Feminismus „anekelt“.

Was hat es zu bedeuten, wenn der RNF eine scharfe Kritik an „dem“ Feminismus teilt? Für Alphonso gar nichts; er meint, die NPD-Frauen hätten den „ganz normalen Debattenbeitrag“ gar nicht verstanden. Er sei also nur zufälligerweise oder aus Dummheit geteilt worden (Letzterem würde ich sogar zustimmen).

Ein einziges Mal?

Hinter dem Tweet von Krause steckt Alphonso zufolge hingegen Methode:

„Um in den Kontext des Rechtsradikalismus gestellt und im Internet öffentlich vorgeführt zu werden, reicht es also, etwas zu veröffentlichen, was ein einziges Mal einer rechtsradikalen Person gefallen hat.“

Leider versäumt es Alphonso zu erwähnen, dass der Artikel nicht nur vom RNF auf Facebook geteilt wurde, sondern dort auch auf viel Zustimmung stieß. Weiterhin hatte der RNF den Artikel zuvor bei der rechtsradikalen MVgida gefunden und geteilt, auch dort stieß er auf viel Gegenliebe und wurde von weiteren Rechtsradikalen verbreitet. Auch die neurechte Junge Freiheit lobte von Rönnes Artikel als „erfrischend“.

[SCM]actwin,0,0,0,0;Mvgida - In diesem Beitrag redet eine junge Frau mal Tacheles über... - Google Chrome chrome 30.05.2015 , 16:59:36
Screenshot Facebook-Seite von MVgida

Nun kann man das alles als Zufall bezeichnen, als vollkommen zusammenhangslos und unbedeutend – oder man kann in verschiedenen politischen Milieus ideologische Schnittmengen vermuten – nämlich einen ziemlich rabiaten Antifeminismus.

Von der Empörung „zur Morddrohung“

Das will Alphonso nicht. Vielmehr sei aus der Empörung der „ARD-Redakteurin“ schnell eine Morddrohung von Autonomen geworden, die anonym im Netz agierten: „Am Abend verbreitet ANK Frankfurt noch eine weitere Nachricht. Diesmal ist es eine Morddrohung gegen von Rönne.“

Man hätte auch schreiben können: Ein linker Pfarrer aus Frankfurt zitierte aus einem Revolutionslied, denn Hans-Christoph Stoodt war Urheber des Tweets, aber auch das hätte die Geschichte aus Alphonsos Sicht nicht gerade nach vorne gebracht und das Versprechen der Überschrift eben nicht eingelöst. Ob ein Zitat aus dem Lied „Ah! Ça ira“ zudem einen lupenreinen und eindeutigen Aufruf zu einer schweren Straftat darstellt, möchte ich doch zumindest bezweifeln.

https://twitter.com/HC_Stoodt/status/604287776603934720

Dies gilt umso mehr, da es in dem Zitat aus dem Tweet um Adelige auf der einen und Unterprivilegierte auf der anderen Seite geht. Und wie heißt es in dem Teaser zum Artikel von Rönnes? „In Teil 2 unserer Serie sagt Ronja von Rönne, warum Feminismus etwas für Unterprivilegierte ist.“

Nun muss man solche linke Revolutionsfolklore wirklich nicht mögen und als wertvollen Beitrag zur Debattenkultur adeln, aber angesichts der Hasskommentare im Netz, der handfesten Drohungen gegen Politiker und Journalisten sowie Minderheiten ausgerechnet daraus einen Mordaufruf lesen zu wollen, ist schon eine eigenartige Interpretation – passt aber zu dem ganzen Artikel.

„Vielleicht mögen Sie sich entschuldigen?“

Und es passt zu Don Alphonso. Im März 2015 meldete er sich zu einem Artikel auf publikative.org zu Wort, in dem ich die mediale Debatte rund um das frauenfeindliche Posting von Tilo Jung kritisiert hatte. Damals witterte er ebenfalls „Nazi-Vergleiche“, erwähnte plötzlich Anna-Mareike Krause und schrieb im Hinblick auf meinen Artikel, in dem er nicht einmal erwähnt worden war, es jucke ihn schon, „die Sache einmal etwas breiter publikativ darzustellen und ihre Methoden aufzuzeigen. Vielleicht möchten Sie sich ja entschuldigen?“

Das wollte ich nicht – und so fügte er an:

Erstaunlich finde ich dass dann bei tagesschau.de ein derartig sensibles und wichtiges Thema wie Rechtsextremismus jemandem gegeben wird, der so leichtfertig damit umgeht.

Der Hinweis auf den Arbeitgeber darf bei solchen Sachen nie fehlen. Subtiler Druck. Und nun hat Alphonso also nicht mich, sondern Anna-Mareike Krause zum Gegenstand seiner Berichterstattung gemacht. Und so wie der Text angelegt ist, überrascht es wenig, wie einige Reaktionen ausfallen: „sie widern mich an, diese moralinsauren, gutmenschelnden, intoleranten, linksterroristischen möchtegernmoralapostel“, heißt es beispielsweise bei Twitter.

Das ist nicht die einzige Beschimpfung gegen Anna-Mareike Krause – und auch die rassistische Seite PI-News hat die Geschichte mittlerweile aufgegriffen, um zu behaupten, eine „ARD-Emanze“ habe eine Autorin „der Antifa zum Mord“ hingeworfen.

pinews

Don Alphonso tut genau das, was er anderen vorwirft. Und während der FAZ-Blogger also Anna-Mareike Krause für einen „Mordaufruf“ mitverantwortlich machen will, wird er jede Verantwortung für Beleidigungen und Hetze wie auf PI-News zurückweisen.

30 Kommentare zu „Immer das tun, was man anderen vorwirft

  1. Es gibt da einen kleinen, logischen Fehler: woher sollte ich vor Wochen wissen, dass Frau Krause sich so eines Themas mit RNF-Bezig widmen wird?

    Das klingt ja fast so, als hätte ich Frau Krause angestiftet, den auf ein RNF-Postiung zurückgehenden Tweet zu verfassen, verbreiten zu lassen, und dann die Antifa anzustiften, mit „An die Laterne“-Liedgut ihre Anhänger zu delektieren. Und gerade Sie mit Ihrem immensen Wissen über die Naziszene sollten doch eigentlich wissen, dass es Straftätern überhaupt nichts bringt, sich darauf hinauszureden, dass man irgendwas zitiert – wenn man dann noch den Name eines potentiellen Opfers einfügt. Und ob die Antifa Frankfurt weiss, wo das Lied anfängt, herkommt und endet – nun, das kann leider jeder selbst entscheiden.

    Und nun zum Unterschied: Frau von Rönne hat gar nichts getan. Sie wurde für den Bachmannpreis nominiert, zu diesem Anlass von Frau Krause aufgespiesst und durch das Netz gehetzt. Sie landete als Naziverdächtige bei der Antifa, ohne den geringsten aktiellen Anlass – ausser eben, dass sie nomoniert WURDE. Sie ist ein Opfer.

    Frau Krause hat etwas getan, aktiv, mit voller Absicht. Genau darüber schreibe ich. Über die Tat und welche Folgen das hat. Es ist vollkommen legitim darüber zu berichten. Frau Krause ist die Täterin. Darüber schreibe ich. Und zwar so, dass alles stimmt und man schon einen persönlichen Freund von Frau Krause wie Sie braucht, um da etwas dran zu kritteln. Dass ich mich schon länger mit dem Thema und den Akteuren beschäftige, bitte ich mir nachzusehen. Ich bin journalist, da macht man sowas.

    Aber ich wollte eh mit der ARD nochmal reden in der Sache und schliesse sie natürlich auch gern mit ein.

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    1. Lieber Don Alphonso,

      danke für Ihren Kommentar.

      Nein, ich wollte nicht den Eindruck erwecken, Sie hätten Frau Krause angestiftet. Mir war aber in Erinnerung geblieben, dass Sie plötzlich mit dem Namen um die Ecke kamen, obwohl Frau Krause absolut nichts mit der Sache zu tun hatte. Weiterhin erinnerte ich mich an Ihre, sagen wir mal, unkonventionelle Art.

      Ich bleibe auch nach Ihrem Kommentar bei meiner Kritik: Sie tun genau das, was Sie Frau Krause unterstellen – und dies mit fragwürdigen Intrepretationen und Verknüpfungen. Der Hinweis, nun mit der ARD über mich reden zu wollen, passt exakt ins Bild. Glauben Sie mir: Solche Hinweise, man könnte auch subtile Drohungen sagen, lassen Sie bzw. Ihr Vorgehen nicht seriöser erscheinen. Aber es ist ein freies Land, also los 😉 !

      Aber, und da muss ich Selbstkritik üben und Frau Baumkreuz zustimmen (https://annettebaumkreuz.wordpress.com/2015/05/30/uber-das-zuruckschlagen-von-emporungswellen-und-eine-seltsame-argumentation-im-fall-ronne/): Letztendlich tragen wir, also Sie, ich und andere JournalistInnen und BloggerInnen eine Verantwortung für die Diskussionskultur im Netz. Das werde ich für die folgende Debatte im Hinterkopf behalten.

      Denn letztendlich dreht sich Ihr Blog-Beitrag ja auch um die Frage, welche Mitverantwortung Multiplikatoren für folgende Reaktionen tragen. Sie meinen, Anna-Mareike Krause sei für die angebliche „Morddrohung“ mitverantwortlich, weil Sie getwittert hat, dass Frau von Rönne unter anderem von dem RNF empfohlen wird (was vollkommen zutreffend ist). Sind damit die nun folgenden Hasstiraden gegen Krause berechtigt, hat sie nun selbst schuld? Oder haben Sie mit Ihren Zuspitzungen und Intrepretationen vielleicht doch ein kleines bisschen übertrieben?

      Mit freundlichem Gruß,
      Patrick Gensing

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      1. „Sie tun genau das, was Sie Frau Krause unterstellen“ – Das Problem bei tu-quoque-Argumenten wie diesem hier ist, dass sie einen Standard für beide Seiten aufstellen. Das heißt: Sie müssen stets das, was Sie bei anderen kritisieren, auch für sich selbst als geltend annehmen – oder Sie argumentieren inkonsistent.

        Frau Krause etablierte – neben sicher nicht unbedingt wohlwollenden Intentionen, die mich hier aber gerade nicht interessieren – einen assoziativen Fehlschluss: http://en.wikipedia.org/wiki/Association_fallacy#Guilt_by_association_as_an_ad_hominem_fallacy – Das heißt: Sie bringt zwei Dinge zusammen, die nur über ihre Assoziation einen Zusammenhang aufweisen. Das ist ein übliches Argumentationsmittel von ideologiekritischen Positionen, die a priori davon ausgehen, dass der letzte Rahmen jeder Argumentation eine Ideologie sein muss und dann damit anfangen, Grenzen zu ziehen.

        Bei Ihnen findet man allerdings ähnliche Argumentationsfiguren, die Ihren Beitrag leider sachlich auf Sie zurückwenden (im Fall einer begründeten Selbstanwendung handelt es sich nicht mehr um einen tu-quoque-Fehlschluss – sonst wäre jeder Nachweis eines performativen Widerspruchs einer).

        (1) Zur Begründung Ihrer Kritik an der Behauptung, man könne nicht erkennen, ob es sich um einen privaten Twitteraccount oder um einen der ARD handelt, schreiben Sie: „Zumindest dann nicht [zu erkennen], wenn man es nicht sehen möchte – oder wenn die Information, dass Anna-Mareikes Krauses Meinungen die ihrigen sind und nicht die der ARD, einfach nicht in den Dreiklang ARD – Feministin – Antifa passen mag.“ – Das „wenn“ etabliert die beiden Annahmen, die beide fehlschlüssig sind: a) die Annahme, dass man etwas nicht sehen möchte, ist die Unterstellung einer Intention und gilt als Argument ad personam. b) Die Unterstellung eines „Dreiklangs ARD – Feministin – Antifa“ ist ein Strohmann-Argument, denn diesen „Dreiklang“ hätten Sie allererst – und zwar überzeugend – nachzuweisen. So präsentiert bleibt er eine ideologische Unterstellung.

        (2) Zur Erläuterung der Bemerkung des Autors zum „Netzfeminismus“ schreiben Sie: „Netzfeminismus ist für ihn offenkundig so etwas wie Stalinismus multipliziert mit Faschismus minus Männlichkeit, also in etwa das Fürchterlichste, was Mann sich überhaupt in seinen wildesten Träumen vorstellen kann.“ – Das „offenkundig“ etabliert den Pappkameraden – es zeigt stets an, dass man die eigene Meinung mit einer Evidenz versehen muss, damit für den Leser auch „offenkundig“ wird, was für einen selbst so ist. Andere Beispiele dafür wäre das vorgesetzte „Es ist Fakt / es ist eine Tatsache, dass…“. Der Pappkamerad besteht in einer weiteren ideologischen Unterstellung, die darin besteht, dass der andere angeblich eine bestimmte Position als Pappkamerad betrachtet – genau hier tun Sie das, was Sie dem Autor vorwerfen. Der Nachsatz zur „Männlichkeit“ nach „also“ ist eigentlich ein red herring, kann aber – über die Zuschreibung per „für ihn“ – durchaus als zusätzliche Explikation dessen gelesen werden, was „für ihn“ Netzfeminismus ist. Und dann ist das eine ziemlich simple pejorative Zuschreibung von „Maskulinität“ und eben ein weiterer Pappkamerad.

        (3) Den Fehlschluss – klar gesagt: das logisch nicht überzeugende Argument von Frau Krause (spätestens nach dem Tweet an Rönne „Das ist doch kein Zufall“ ist es ein Argument und nicht nur eine vieldeutige Implikation) – „guilt per association“ zeichnen Sie als etwas aus, was man tun kann: „man kann in verschiedenen politischen Milieus ideologische Schnittmengen vermuten“ – natürlich kann man das, aber es wird nicht überzeugen, weil man eben a priori „politische Milieus“ vorausgesetzt und eine Assoziation als gültige Verknüpfung behauptet. Offensichtlich ist Ihnen dieser logische Zusammenhang aber nicht klar – weswegen Sie ihn dann selbst mehrfach etablieren, etwa in den beiden Bestätigungsfehler, die Sie mit „es passt zu“ einleiten oder in diesen Sätzen: „so wie der Text angelegt ist, überrascht es wenig, wie einige Reaktionen ausfallen“ und „auch die rassistische Seite PI-News hat die Geschichte mittlerweile aufgegriffen“. Es sollte Sie überraschen – denn es gibt keinerlei Zusammenhang über den hinaus, dass jeder an jeden Kontext anschließen kann und die Trollkultur im Internet nach Aufmerksamkeitsattraktoren organisiert ist.

        (4) Diese Bestätigungsfehler weichen vom Thema ab – und etablieren zwei Whataboutismen (so muss man das nach Ihrem Maskulinitätsvorwurf betrachten), die ebenfalls keine sachlichen Darstellungen sind: „wittern“, „plötzlich“ und die Implikation von Irrelevanz („im Hinblick auf einen Artikel, in dem er nicht einmal erwähnt worden war“) richten Ihr Gegenüber für den Leser als Strohmann an.

        (5) Der eigentliche Anlass – der Tweet, der als „Morddrohung“ gelesen werden kann oder nicht – fällt argumentativ dahinter weit zurück. Sie, der vorher fleißig mit Intentionen des Gegenübers operiert hat, gesteht dieselbe Strategie dem Gegenüber nicht mehr zu, wenn es um sein Argument geht: Anstatt auf die Intention zu zeigen, könne man den Tweet von Hans-Christoph Stoodt einfach als Zitat aus einem Revolutionslied, als „linke Revolutionsfolklore“ verstehen. Wenn das so ist, dann müssten Sie im Umkehrschluss – denn Ihr Thema ist ja die tu-quoque-Reaktion – sämtliche Zuschreibungen von Intentionen auf die Argumentebene zurückbrechen.

        Betrachtet man diese Performance, so kann man zu dem Schluss kommen, dass Sie noch einmal darüber nachdenken müssen, inwiefern die Reflexivität Ihres Vorwurfs Ihren eigenen Artikel auf ziemlich problematische Weise exponiert.

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      2. Nun, mein lieber Patrick Gensing,

        es gibt ja nun auch eine umfassende und interessante Erklärung durch Herrn Stoodt, wie er die Sache sieht – und es ist wenig überaschend, dass seine Haltung und die Ihrige zum vorgang weitgehend ähnlich sind. Da muss man ihre Voraussicht noch weitaus besser als meine einschätzen, so wie Herr Stoodt Sie da bestätigt. Chapeau. Das ist natürlich fein für Sie.

        Trotzdem:

        „Letztendlich tragen wir, also Sie, ich und andere JournalistInnen und BloggerInnen eine Verantwortung für die Diskussionskultur im Netz. Das werde ich für die folgende Debatte im Hinterkopf behalten.“

        Schauen Sie, ich komme ja aus einem anderen Umfeld. Man wartet bei uns unverbrüchlich auf die Wiederkehr einer bestimmten Figur und alles führt darauf hin. Bei uns gibt es keine „folgende Debatten, bei uns ist alles verwoben. Die Debatte, die wir führen werden, hat schon lange, lange vor der Zeit begonnen, als Frau Rönne bei der Welt schrieb und das werde ich Ihnen hoffentlich so zeigen können, dass auch Sie vielleicht etwas mehr wissen werden.

        Sie sind wirklich gut darin, einer neuen Sicht der Dinge den Weg zu bereiten. Ich bin Historiker und werde ein wenig die grossen Linien referieren. Dazu brauche ich aber noch einen Tag.

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      3. An kritischen Kommentaren ist der Herr Pfarrer allerdings nicht interessiert. Mein vor Tagen geschriebener Kommentar wird das Licht der Welt wohl nicht mehr erblicken. Dabei geht er sehr sachlich auf die Argumentationsstruktur des Artikels ein: Man unterstelle den eigenen Horizont als maßgeblich – und werfe dann der Anderen vor, diesen nicht beachtet zu haben. Ein Argument qua unendlichem Urteil aus dem Proseminar.

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    2. Die ANK Frankfurt ist nicht deine ominöse „die Antifa“. Frag einfach mal bei der richtigen Antifa in Frankfurt, was diese von der von ihr abgelehnten ANK halten.
      Muß man aber nicht wissen wenn man seinen Dünkelleben am See verbringt und glaubt weil man der große Blog-Zampano sei, reichten einige Schlagworte („Antifa-Pfarrer“, ist das jetzt eine Religion?) um sich in anderen Städten auszukennen. An die Laterne pinkeln wie jeder Strassenköter reicht aber anscheinend in des Zampanos „Netzgemeinde“
      Amen

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  2. Wer heute rebellisch sein will, muss Antifeminist sein! Denn das Establishment, das ist der Feminismus.

    Ein Hoch auf alle Rebellen! Sie sind keiner. Sie sind Establishment.

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    1. Wer rebellisch sein will, kann auch Antisemit, Holocaustleugner, Bankräuber, Totschläger, Pegida oder Salafist sein. Alles andere ist Mainstream.

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    2. Wer heute rebellisch sein will, ist morgen vielleicht immer noch infantil.

      Ein Hoch auf alle die etwas aus Überzeugung und mit guten Gründen tun, statt aus Attitüde!

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  3. Ich finde es relativ offensichtlich, dass Don Alphonso das durchaus klar ist, und genau deshalb stellt er das so heraus. Frau Krause erlebt, dass sie in einem Zusammenhang gebracht wird, den sie (vermutlich) nicht wollte. Sie wird von Gruppen als Antrieb genommen, zu denen sie nicht zugehörig ist.
    Dass Don Alphonso das macht, ist genau so gewollt. Daher ist der die Überschrift dieses Textes richtig, aber eben für alle. Ronja von Rönne ist nicht verantwortlich für das Zitat bei RNF oder MVgida, Anne-Mareike Krause nicht für militante Antifa-Gruppen und Don Alphonso nicht für PI-News.

    Weil der Feind meiner Feinde eben noch nicht mein Freund ist.

    Und wenn wir schon vergleichen: Ein privater Tweet von einem Bild-Redakteur würde von Herrn Stefan Niggemeyer auch nie privat gesehen.

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  4. Einen Mordaufruf konnte ich in dem belanglosen Tweet auch nicht finden. Das bauscht Alphonso natürlich _reichlich_ auf.

    Aber was wollen Sie uns mit Ihrem Text eigentlich sagen…? Dass Frau von Rönne doch, doch ganz sicher eine Nazibraut ist, weil ihren Artikel fanden nicht eine, sondern gleich zwei rechte Seiten gut! Ehrlich…?

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  5. Man sollte vielleicht erwähnen, dass dieser Alphonso selbst dem reaktionären Spektrum zuzurechnen ist. Im Artikel fühlt es sich ein bisschen so an, als wäre es ein ganz normaler Schreiberling. Dazu reicht es, einfach mal nach „don alphonso feminismus“ zu suchen oder den Twitter-Account faz_donalphonso (den mit dem offiziellen FAZ-Impressum) zu besuchen, wo dieser Herr seit Jahren schon ganz schön vom Leder zieht.

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  6. Klingt ungefähr so: „Ich habe da noch eine Sache mit einem Blogger offen, weil wir mal aneinander geraten sind, und sehe jetzt eine Möglichkeit, zurückzukeilen.“ So weit, so üblich im Netz. Den Tweet des Pfarrers an eine Person mit Adelstitel, laut dem „Adel was für die Laterne“ sei, nicht auf die Adressatin gezielt zu lesen, ist möglich, aber nicht die einzige Interpretation.

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  7. Fand die Aktion von AMK auch nicht in Ordnung, aber diese Kunstfigur von Rainer Meyer ist doch total lächerlich.
    „Don Alphonso“, der jiddisch-boarische Blogrebell mit drei Wohnsitzen gegen den Rest der Welt. Demagogischer Menschenhass und Verachtung der „armen Leut’“. Schamst Di gar ned?

    Peinlich, die gar nicht subtile mit dem „Arbeitsgeber reden“-Drohung. What would Schirrmacher do?

    @Fonsi, 1. die 60k an einem Tag sind faz-Blog Klickrekord? 2. immer noch SPD-Mitglied, oder mittlerweile doch ausgetreten?

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  8. Anna-Mareike Krause scheint die Differenz zwischen journalistischem und literarischem Text nicht zu kennen. Zum Lesen eingeladen wurde Rönne nicht wegen ihres kritisierbaren Artikels in der „Welt“, sondern aufgrund eines literarischen Textes. Einer Journalistin sollte die Differenz der Textgattungen geläufig sein. Ansonsten scheint sie mir in ihrem Ressort nicht gut aufgehoben, und ich vertraue da dann auch nicht mehr so sehr ihren Recherchen und Ausführungen, wenn sie sich mit Rechtsextremismus in der Gesellschaft oder anderen kritischen Themen befaßt.

    Anna-Mareike Krause hat Blödsinn getwittert, und sie hat diese ewige Logik des Verdachts und der Insinuation inszeniert. Darauf wies Don Alphonso zu recht hin. Ob man von Krauses Text den Weg bis zum Mordaufruf gehen muß, darüber kann man debattieren. Ganz unschuldig nun ist der Twitter-Beitrag des Pfarrers nicht. (Scheint ja wohl eher ein gewalttätiger Don Camillo oder ein Bruder Tuck zu sein, denn die milde Nächstenliebe.)

    Hat sich eigentlich Anna-Mareike Krause für ihren Griff in die braune Kloschüssel bereits bei Ronja von Rönne entschuldigt? Wenigstens privat? Muß ja nicht öffentlich sein. Obwohl das wahrhafte Größe hätte und von Integrität zeugte, 140 oder weniger Zeichen auf Twitter zu machen: „Sorry, war im Eifer des Gefechts ein bißchen überspannt formuliert von mir.“ (Das sind 75 Zeichen.)

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  9. Haha. Medienleute unter sich. Immer lustig zu sehen, wie sich die unterschiedlichen Seiten überbieten in der absoluten Sicherheit, auf der Richtigen Seite™ zu stehen. Ganz, ganz vielleicht hängt das momentane Image von Journalisten ja auch damit zusammen.

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  10. Oder um es mal anders zu formulieren: Eine Journalistin schreibt einen Text und wird zu einer Versanstaltung eingeladen. Der Text passt einer anderen Journalistin nicht und auf die Einladung ist sie wahrscheinlich neidisch. Daher twitter sie unter der Gürtellienie über die erste Journalistin. Das wiederum passt einem anderen „Jornalisten“ nicht (die Bezeichnung fällt mir bei Don Alphonso zugegebenermaßen schwer, aber warscheinlich ist er es irgendwie). Er schreibt einen bösen Text darüber, wie gemein manche Journalisten sein können. Das wiederum passt einem Freund der zweiten Jounalistin nicht (ebenfalls Journalist), der darauf den anderen „Jounalisten“ bezichtigt, genau das zu machen, was der der zweiten Journalisten vorgeworfen hatte. Alle Seiten teilen sich die absolute, unumstößliche Gewissheit, Recht zu haben und der Geegnseite moralisch haushoch überlegen zu sein.

    Das stellt sich mir die Frage: Merkt ihr eigentlich noch irgendwas?

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  11. Man staunt nur noch. Ein „Journalistin“ die einen Tweet sehr unter der Gürtellinie raushaut mit voller Absicht eine andere Journalistin in die rechte Ecke zu stellen. Dies ist gelinder gesagt unterste Schublade. Anstand, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit scheinen wohl längst verlorene Tugenden von der sogenannten „Oberschicht“ zu sein, gemeinhin wird sowas auch als Elite bezeichtnet. Tut mir leid aber bei solcher Personen wird mir einfach nur schlecht. Kein Wunder wenn die Menschen mit „Lügenpresse“ rufen kommen. Traurig …

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  12. Ach, pfft. Auch wer bei der ARD arbeitet, darf andere ob ihrer Ergüsse öffentlich scheiße finden. Darüber darf natürlich auch Don Alphonso bei der FAZ rumstänkern. Das ist eh hauptsächlich peinlich, solange er dort neu-/altreichen Schwanzvergleich betreibt, leidlich amüsant, insofern es um das Absprechen von Kultur geht, putzig, wenn es aus der Mittenkiste der dotcom-Ära stammt – aber insgesamt absolut irrelevant, da ohnehin nur von Re:publica-Besucher*innen (Sternchen extra für Don) rezipiert. Ich kann jedenfalls gut verstehen, dass gefeixt wird, wenn sich im Lager des inbrünstigen Antifeminismus an der Cocktailbar plötzlich auch Nazis zwischen den Hochkragen und Perlenketten stehen. Interessant finde ich unterm Strich, dass Don Alphonso was auf die Ausdrucksform „Entschuldigung“ gibt. Also denn: Sollte ich irgendwem auf den Schlips getreten sein, dann tut mir das selbstverständlich ganz schrecklich leid. Natürlich auch das Grinsen, als ich die gemeinen Stellen in den Texten gelesen habe. Nicht bös gemeint. Gaaanz ehrlich. Hat jemand meinen Handschuh gesehen?

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  13. Was bei diesem tu quoque unter den Tisch fällt, ist, dass Krause die ihr von DA unterstellte Intention in einem ihrer Nachfolgetweets selbst bestätigt hat. Sie empfiehlt Rönne, darüber nachzudenken, ob ihre Texte eine Empfehlung durch Rechtsextremisten nicht als logische Konsequenz haben. Ohne dieses Nachsetzen hätte man sich bei sehr viel gutem Willen noch auf den Standpunkt stellen können, sie habe es ja gar nicht so gemeint. Mit diesem tweet hat Krause selbst bestätigt, dass sie Rönne zur Rechtsextremistin adeln wollte. Ob sie die nachfolgende Morddrohung (entweder das gilt als eine ODER das Geheule der Netzfeministinnen über „ich krieg ständig Morddrohungen“ ist auch Bullshit) ausgelöst hat, ist dann gar nicht mehr wichtig: Sie hat intentional versucht, Rönne über den jedem Deutschen bekannten Zusammenhang Rechtsextremisten – Nazis – Holocaust mit dem Geruch verbrannter Vergasugsopfer zu infizieren. Und das ist schlicht eklig.

    Und als Professionelle in diesem Gebiet – social media – wusste Krause genau, was sie tat und wollte genau das tun.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

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  14. Wer hat denn eigentlich angefangen auszuteilen? Das ist doch eine wesentliche Fragestellung. Das Frau von Rönne nicht noch viel mehr angegriffen wird, auch auf persönlicher Ebene, ist nicht ihrem zugezogenen, „Ich arbeite noch an meinem Wertesystem“-Charme zu verdanken. Das ist auch Verdienst des Feminismus. Das ist ihr nur nicht klar. Auf diesem Level ist es dann aber schwer, sinnvoll zu argumentieren. Man kann nur hoffen, der Arbeitgeber von Anna-Mareike Krause weiss das entsprechend einzuordnen.

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