Die Rechte schickt Boarding Pässe an Juden

Von der Debatte über die Sicherheitslage von Juden in Europa wollen auch Neonazis in Deutschland profitieren. “Die Rechte” verschickte offenbar falsche Flugtickets an jüdische Organisationen – One Way, versteht sich. Die Partei könnte die neue FAP werden.

Es ist eine altbekannte Masche von Neonazis, die von öffentlichen Debatten profitieren wollen – und vielleicht auch zeigen wollen, dass sie eigentlich die Experten in Sachen Hetze gegen Juden sind. Und so veröffentliche der Landesverband Sachsen der Partei Die Rechte im Internet Bilder von einem Schreiben an die “Jüdische Allgemeine”, in dem es heißt, die Juden in Deutschland sollten doch bitte nicht auf die Worte von Kanzlerin Merkel hören und in Deutschland bleiben, sondern nach Israel auswandern.

Neonazi-Hetze der Partei Die Rechte

“Da wir als eine Partei der Tat bekannt sind, werden wir Sie bei der Ausreise tatkräftig unterstützen”, heißt es eindeutig zweideutig. Und damit es den erhofften Auswanderern nicht langweilig werde, sollen diese gleich von ihren “Marionetten aus den Bereichen Politik und Wirtschaft” begleitet werden. Der Wahn der “Judenrepublik” wird hier zumindest offen ausgelebt.

Zu dem Schreiben veröffentlichte Die Rechte Bilder von angeblichen Flugtickets – one way versteht sich. In dem “Boarding Pass” für “Die Rechte Airlines” sollen sich Ausreisewillige am Tor “A18″ einfinden. 18 – eine Chiffre für Adolf Hitler. Zufall? Eher nicht.

Auferstanden aus den Trümmern der NPD

Zudem mobilisiert Die Rechte zu mehreren Aufmärschen, so am 14. März in Bautzen und am 28. März in NRW, wo Lunikoff auftreten soll und führende Parteikader sprechen sollen. Die Rechte sammelt zunehmend die Trümmer der NPD ein; Neonazis, die sich von der in vielen Regionen zerfallenden Partei und von dem neuen Vorsitzenden Frank Franz abgewendet haben. Ihre neue Heimat soll Die Rechte werden – und mit den erwähnten Parolen wird die Splitterpartei auf Kosten der aus Sicht vieler Rechtsextremer “weichgespülten” NPD auch punkten können.

Die Rechte dürfte zudem eine andere Strategie als die NPD fahren: Größere Wahlerfolge werden die Strippenzieher angesichts ihrer offen ausgelebten Radikalität wohl kaum einplanen, vielmehr soll Die Rechte für die Neonazi-Szene das sein, was die NPD viele Jahre war: Eine legale Organisation, mit der man vielleicht einige Kommunalmandate gewinnt – und die als Partei vor allem praktische Vorteile bei der Anmeldung von Demonstrationen und Konzerten bietet. Die Rechte wird somit zur neuen FAP – als Bindeglied zwischen neonazistischen Subkulturen und organisierten Rechtsextremisten.